Eine App, von der niemand weiß, bleibt eine private Bastelei. Die Dartbude sollte mehr werden. Also brauchte sie einen Ort, an dem sie sich vorstellt, erklärt, was sie kann, und an dem sich Interessierte melden können.
Solange nur ich die Dartbude benutzte, konnte ich mit kleinen Macken leben. Ich wusste, welcher Knopf zweimal gedrückt werden wollte und welche Anzeige nach einem Neustart kurz falsch war. Sobald andere die App benutzen, gilt das nicht mehr. Deshalb stand vor dem Release eine lange Phase, in der ich nichts Neues gebaut, sondern nach Fehlern gesucht habe.
Die Idee klingt einfach: Ein Smartphone steht auf einem Stativ vor dem Board, erkennt jeden Pfeil und trägt den Treffer automatisch ein. Ich werfe, ziehe die Pfeile und werfe weiter. Getippt wird nichts mehr. In der Umsetzung wurde daraus das aufwendigste Kapitel der ganzen Dartbude, und es ist noch nicht abgeschlossen.
Die Dartbude sollte ein Trainingsbegleiter sein, kein Spielzähler. Dabei bin ich geblieben. Trotzdem gehören Spiele zum Training dazu. Ein 501 unter Druck fühlt sich anders an als jede Übung, und ein Checkout, der über ein Spiel entscheidet, trainiert mehr als zehn Checkouts ohne Folgen.
Nach dem Training stehe ich oft noch einen Moment vor dem Board und frage mich, wie es eigentlich war. Die Zahlen hat die App längst. Was fehlte, war jemand, der sie für mich liest. Kein Chatbot, kein Motivationstrainer, sondern eine kurze, ehrliche Einschätzung: Was lief gut, was nicht, und was übe ich als Nächstes?
Ob ich besser werde, lässt sich nach einem einzelnen Abend kaum sagen. Mal läuft es, mal nicht. Erst über Wochen zeigt sich, ob die Doppel sicherer werden oder ob ich immer wieder an denselben Feldern scheitere. Genau dafür wollte ich die Dartbude haben. Jetzt musste sie anfangen, aus meinen Würfen etwas herauszulesen.
Eine Trainings-App muss sich zuerst am Board bewähren. Solange ich zum Eintragen jedes Wurfs erst zum Laptop laufen musste, war die schönste Statistik wertlos. Deshalb ging es zuerst um eine einfache Frage: Kann ich am Board trainieren, die Treffer schnell eingeben und auf dem Tablet direkt sehen, was als Nächstes dran ist?
Apps, die beim Darts die Punkte zählen, gibt es genug. Was mir fehlte, war etwas anderes: ein Ort, der mir zeigt, ob ich wirklich besser werde. Anfang Mai 2026 habe ich angefangen, mir diesen Ort selbst zu bauen. Ich nannte ihn Dartbude.