PROJEKTEINBLICK ·
Endlich ein Gegner
Die Dartbude sollte ein Trainingsbegleiter sein, kein Spielzähler. Dabei bin ich geblieben. Trotzdem gehören Spiele zum Training dazu. Ein 501 unter Druck fühlt sich anders an als jede Übung, und ein Checkout, der über ein Spiel entscheidet, trainiert mehr als zehn Checkouts ohne Folgen.

Dass Spiele irgendwann dazukommen würden, war von Anfang an klar. Deshalb hatte ich ihnen im Datenmodell schon früh einen Platz freigehalten. Eine Session ist entweder ein Training oder ein Spiel. Beide teilen sich dieselben Spieler und dieselben einzelnen Würfe, halten ihre Regeln aber getrennt.
Das zahlte sich aus. Die Spiele kamen hinzu, ohne dass ich das Training umbauen musste. Auch gespeicherte Spiele tragen zur Spielerhistorie und zu allgemeinen Kennzahlen bei. Trainingswerte wie Heatmap und Doppelquote bleiben davon getrennt.
Die Klassiker
| Spiel | Worum es geht |
|---|---|
| 501 und 301 | Von der Startpunktzahl auf genau null, mit wählbaren Regeln für Anfang und Ende |
| Cricket | Die Felder 15 bis 20 und das Bull schließen, als Standard, Cut-Throat oder ohne Punkte |
| Around the Clock | Wer zuerst einmal ums Board ist, gewinnt |
| High Score | Eine feste Anzahl Aufnahmen, die meisten Punkte gewinnen |
Bei 501 und 301 lässt sich wählen, ob das Spiel mit einem Doppel beginnen muss und womit es enden darf: nur mit einem Doppel, mit Doppel oder Triple oder mit jedem Treffer. Die App warnt vor einem Überwerfen, bevor die Aufnahme gespeichert wird, und schlägt passende Checkout-Wege vor.
Die Regeln sind das eigentliche Programm
Die Oberfläche eines Dartspiels ist schnell gebaut. Die Regeln korrekt umzusetzen, war deutlich mehr Arbeit, als ich erwartet hatte.
Ein Beispiel: Beim Überwerfen zählt die Aufnahme null Punkte, die geworfenen Pfeile fließen aber trotzdem in den Durchschnitt ein. Beim Double-In zählen Pfeile vor dem ersten Doppel nicht zur Punktzahl, sehr wohl aber als geworfene Pfeile. Und ob ein Checkout gültig ist, entscheidet der Pfeil, der auf null stellt, nicht der letzte gespeicherte Pfeil der Aufnahme.
Der schönste Fehler steckte im Cricket. Beim Standard-Cricket gewinnt, wer alle Felder geschlossen hat und nach Punkten mindestens gleichauf liegt. In der Dartbude gewann zunächst einfach, wer zuerst alles geschlossen hatte, egal wie der Punktestand aussah.
Das Tückische daran: Es gab sogar einen Test, der genau dieses falsche Verhalten absicherte. Die Tests waren grün, weil sie den Fehler festgeschrieben hatten. Der falsche Test wurde durch zwei richtige ersetzt.
Die Tests waren grün, weil sie den Fehler festgeschrieben hatten.
Seitdem gibt es eine eigene Liste, in der festgehalten ist, welche Regeln geprüft sind und welche Tests sie absichern. Ziel ist nicht nur, dass alle Tests grün sind, sondern dass die App sich so verhält, wie ein Dartspieler es erwartet.
Kalle, Mira und Ralf
Blieb das Problem mit dem Gegner. Nicht immer steht jemand mit am Board. Also bekam die Dartbude einen Bot.
Wichtig war mir, was der Bot nicht ist. Er ist kein Online-Gegner und keine Verbindung zu anderen Spielern. Ich werfe echte Pfeile auf mein Board, und die App simuliert den Gegner auf demselben Gerät. Er wirft abwechselnd mit mir, seine Aufnahmen erscheinen auf dem Bildschirm und auf dem Tablet.

Damit sich das nach Darts anfühlt und nicht nach Zufallszahlen, haben die Bots eigene Persönlichkeiten:
- Kalle spielt einen Durchschnitt von etwa 45 Punkten.
- Mira liegt bei etwa 60.
- Ralf ist der mit dem Doppel-Drama.
Die Bots treffen Singles, Doubles und Triples je nach Stärke unterschiedlich gut. Bei einem Rest von höchstens 170 Punkten können sie Checkout-Wege spielen, sich typische Restwerte stellen und unter Druck auch mal überwerfen. Bei Cricket schließen sie Felder, punkten, wenn der Gegner noch offen ist, und belasten beim Cut-Throat gezielt die anderen.
Am liebsten habe ich gegen Mira gespielt. Sie war schon eine echte Herausforderung. Und Ralf hat seinem Namen alle Ehre gemacht.
Wie schnell der Bot wirft, lässt sich einstellen: kurz animiert oder sofort. Die animierte Variante fühlt sich mehr nach einem echten Gegner an, die schnelle ist praktisch, wenn man einfach weiterwerfen will.
Spiele gegen den Bot bleiben vorerst auf dem Gerät und werden nicht in die gemeinsame Spielerhistorie übertragen. Ein Bot ist kein normaler Spieler, und dafür braucht es noch ein eigenes Modell.
Ein ganzer Abend
Mit Spielen und Bots kam eine neue Idee auf: der Bude-Abend. Die Dartbude würde die Spiele auslosen und durch mehrere Runden bis zum Finale führen. Wir müssten uns nicht darum kümmern, wer wann gegen wen spielt, sondern könnten uns ganz aufs Darts konzentrieren. Am Ende würde die „Budenkrone“ vergeben.
Gebaut ist dieser Modus noch nicht. Er bleibt eine Idee für später.
Weniger tippen
Training, Statistik, Coach und Spiele waren jetzt da. Eine Sache störte mich aber bei jeder Aufnahme: das Tippen. Nach drei Pfeilen zum Handy greifen, die Treffer eingeben, speichern, Pfeile ziehen. Am schönsten wäre es, wenn die App einfach sehen könnte, wo die Pfeile stecken.






