PROJEKTEINBLICK ·

Die Zahlen hinter meinen Würfen

Ob ich besser werde, lässt sich nach einem einzelnen Abend kaum sagen. Mal läuft es, mal nicht. Erst über Wochen zeigt sich, ob die Doppel sicherer werden oder ob ich immer wieder an denselben Feldern scheitere. Genau dafür wollte ich die Dartbude haben. Jetzt musste sie anfangen, aus meinen Würfen etwas herauszulesen.

KONZEPT · UMSETZUNGOliver Röschner
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BEREICHTECHNOLOGIE
Tablet mit einer illustrativen Dart-Heatmap, Verlaufskurve und Trainingskalender neben drei Dartpfeilen.
KI GENERIERTES ARTIKELBILD | OPERUS

Die wichtigste Entscheidung fiel schon ganz am Anfang, lange bevor es eine Statistikseite gab. Die kleinste Einheit in der Dartbude ist nicht die Aufnahme mit drei Pfeilen, sondern der einzelne Wurf. Für jeden Pfeil speichert die App, auf welches Feld ich gezielt und welches ich getroffen habe.

Das klingt nach einem technischen Detail. Es hat aber große Folgen. Die Statistiken werden nicht separat gespeichert, sondern jedes Mal aus diesen Würfen berechnet. Kommt eine neue Auswertung hinzu, gilt sie automatisch auch für alles, was ich früher geworfen habe.

Die ersten Kennzahlen waren die Klassiker: der Durchschnitt pro drei Pfeile, die Doppelquote, die Anzahl der Sessions und ein erster Verlauf.

Wo meine Pfeile wirklich landen

Die Zahl, die mich am meisten interessierte, war nicht der Durchschnitt. Ich wollte sehen, welche Felder mir schwerfallen. Deshalb bekam das Profil eine Heatmap: eine Übersicht mit farbigen Kacheln, die für jede Zahl und die Bull-Felder meine Trefferquote zeigt.

Die Heatmap zählt nicht einfach, wie oft ich ein Feld getroffen habe. Sie zeigt, wie oft ich es getroffen habe, wenn es auch mein Ziel war. Ein Feld, das ich ständig zufällig treffe, sagt über meine Genauigkeit wenig aus.

Tablet mit einer illustrativen Dart-Heatmap, Verlaufskurve und Trainingskalender neben drei Dartpfeilen.
KI-generierte Illustration. Treffermuster und Trainingsverlauf machen Fortschritt sichtbar. Oberflächen sind illustrative Ansichten.

Eine eigene Detailseite pro Trainingsform zeigt zusätzlich die persönlichen Bestwerte, die letzten Sessions und eine Heatmap nur für diese Übung.

Demodaten zeigen, wie Streak, Verlauf, Heatmap und Coach-Hinweis in einer Ansicht zusammenlaufen. — Dartbude

Rekorde, die etwas bedeuten

Für den Anfang habe ich mich auf vier persönliche Rekorde beschränkt:

Die ersten Rekorde
RekordBedeutung
Erste 180Die erste Aufnahme mit drei Triple 20
Höchste AufnahmeDie meisten Punkte mit drei Pfeilen
Längste DoppelserieDie meisten Doppeltreffer hintereinander in einer Session
Schnellstes Around the ClockDie wenigsten Aufnahmen für eine komplette Runde

Jeder davon steht für einen Moment, an den man sich gerne erinnert: die erste 180, der beste Abend, eine Phase, in der alles saß, eine persönliche Bestzeit.

Eine Streak, die man sich verdienen muss

Um dranzubleiben, bekam die App eine Streak: Wie viele Tage in Folge habe ich trainiert? Dazu gibt es einen Kalender im Stil der GitHub-Aktivitätsübersicht, auf dem die letzten Wochen auf einen Blick zu sehen sind.

Spannend war die Frage, was überhaupt als Trainingstag zählt. Die naheliegende Antwort wäre gewesen: Jeder Tag mit mindestens einem Wurf. Das hätte sich aber mit einem einzigen Pfeil erfüllen lassen. App öffnen, einmal werfen, Streak gerettet.

Eine Streak, die sich mit einem einzigen Pfeil retten lässt, sagt nichts über Training aus.

Deshalb zählt ein Tag nur, wenn ich an diesem Tag mindestens eine Session abgeschlossen habe. Das verlangt eine bewusste Trainingseinheit, nicht nur einen kurzen Besuch.

Ganz einfach blieb das Thema trotzdem nicht. Welcher Tag ist „heute“, wenn der Server in UTC rechnet und ich abends in Deutschland werfe? Und was passiert mit einem Training, das offline stattfindet und erst am nächsten Tag übertragen wird? Beides hat mich später noch beschäftigt.

Ein Plan für die nächsten 30 Tage

Statistiken zeigen, wo ich stehe. Sie sagen mir aber nicht, was ich heute üben soll. Dafür gibt es Trainingspläne über 30 Tage. Zur Auswahl stehen drei Pläne: einer für den Einstieg, einer mit Fokus auf Doppel und ein ausgewogener Mix.

Die Trainingsseite schlägt dann vor, was heute laut Plan dran ist, und übernimmt es mit einem Tipp. Beendet man eine Session, ordnet die App sie dem Plan zu:

  • erfüllt, wenn das geplante Training gespielt wurde
  • abgewichen, wenn trainiert wurde, aber etwas anderes
  • übersprungen, wenn man den Tag bewusst auslässt, etwa als Erholungstag

Die Markierung „abgewichen“ war mir wichtig. Wer vom Plan abweicht, soll das sehen, statt dass der Tag stillschweigend als erfüllt gilt. Freiheit nimmt sie trotzdem niemandem. Wer mittags etwas anderes spielt und abends das geplante Training nachholt, bekommt seinen Plan-Tag.

Nur die eigenen Zahlen

Beim Gruppentraining gab es noch eine Stolperfalle. Wenn vier Spieler in einer Session werfen, dürfen im Profil eines Spielers nur seine eigenen Würfe auftauchen. Das musste ich an allen Stellen sauber trennen: Durchschnitt, Heatmap, Rekorde und die Auswertungen pro Trainingsform.

Zahlen, die noch schweigen

Mit Heatmap, Rekorden, Streak und Plänen war die Dartbude zu dem geworden, was ich mir am Anfang vorgestellt hatte: ein Ort, an dem ich sehe, ob ich besser werde.

Aber Zahlen muss man lesen können. Eine Heatmap zeigt mir, welche Zahlen ich beim gezielten Werfen seltener treffe. Sie sagt mir nicht, was ich morgen anders machen soll. Dafür wünschte ich mir eine Stimme, die nach dem Training kurz zusammenfasst, was auffällt.

Teil 4: Ein Coach, der meine Würfe kenntWeiterlesen in der Dartbude-Serie. DARTBUDE