PROJEKTEINBLICK ·
Aus einer Beschreibung sollte etwas Greifbares werden
Mit Home Assistant hatte mein Assistent bereits eine Verbindung zu Geräten außerhalb des Rechners. Der nächste Schritt führte in Richtung Werkstatt: Aus einer Beschreibung sollte ein Modell entstehen, das ich ansehen, verändern und schließlich für den 3D-Druck vorbereiten konnte. Zwischen der Idee und dem Drucker brauchte ich allerdings mehrere überprüfbare Schritte.

Eine Beschreibung einzugeben und daraus etwas Greifbares entstehen zu lassen, passte zu dem Reiz dieses Projekts. Mein Assistent konnte inzwischen Sprache verarbeiten und definierte Aktionen ausführen. Nun kam eine Fähigkeit hinzu, deren Ergebnis zunächst eine Form sein sollte.
In meinen Versuchen funktionierte das bislang mit Platten. Andere Objekte, die ich Joris nicht ausdrücklich beigebracht hatte, gelangen noch nicht. Hier stieß ich schnell an Grenzen. Trotzdem war schon dieser begrenzte Weg spannend: Ich konnte ein Bauteil beschreiben, ansehen und anschließend verändern.
Zuerst musste aus Text ein Modell werden
Ein Auftrag konnte zum Beispiel lauten: „Erstelle mir eine Platte mit 100 × 100 mm Fläche und 10 mm Dicke. Setze an jede Ecke eine Bohrung mit 8 mm Durchmesser. Die Mittelpunkte sollen jeweils 20 mm von den beiden angrenzenden Kanten entfernt liegen.“ Aus dieser Beschreibung entstand eine strukturierte Modellspezifikation.
Die Umsetzung verwendete dafür Regeln zur Erkennung der unterstützten Angaben. Anschließend konnte daraus OpenSCAD-Code entstehen. Ich hatte damit einen konkreten Zwischenstand, bevor überhaupt an einen Druckauftrag zu denken war.
Zwischen meiner Beschreibung und dem Drucker sollte ein Ergebnis liegen, das ich prüfen konnte.
Diese Trennung war wichtig. Ein plausibel klingender Satz konnte eine unpassende Größe enthalten. Eine erkannte Form konnte etwas anderes sein als das, was ich mir vorgestellt hatte. Solche Unterschiede wollte ich sehen können, bevor Material und Zeit in einen Druck flossen.
Die Vorschau gehörte zum Ablauf
Für den Weg zum Modell gab es eigene Bausteine: Generierung, Validierung, Codeausgabe, Darstellung und Speicherung der entstandenen Dateien. Sie hatten jeweils eine begrenzte Aufgabe.
| Schritt | Was dabei entsteht oder geprüft wird |
|---|---|
| Beschreibung auswerten | Eine Spezifikation innerhalb der unterstützten Formen |
| Modell validieren | Prüfungen unter anderem auf positive Maße und passende Wandstärken |
| OpenSCAD-Code erzeugen | Eine konkrete Beschreibung der Geometrie |
| Vorschau erstellen | Ein sichtbarer Stand zum Prüfen |
| Modell überarbeiten | Ein veränderter Stand mit nachvollziehbaren Korrekturen |
| Druck vorbereiten | Der passende weitere Weg über Slicer und Druckeranbindung |
Joris erstellte die Platte und zeigte sie in einem Widget als 3D-Modell an. Ich konnte die Ansicht flüssig drehen und das Ergebnis von verschiedenen Seiten betrachten, ähnlich wie in einem Programm zur Druckvorbereitung. So sah ich direkt, ob die Form meiner Vorstellung entsprach.
Danach konnte ich nachlegen: „Mache noch eine Bohrung genau in die Mitte, mit 12 mm Durchmesser.“ Auch diese Änderung war möglich. Ich musste also nicht die gesamte Platte neu beschreiben, sondern konnte auf dem vorhandenen Entwurf aufbauen.
Validierung konnte nicht alles entscheiden
Die Prüfungen halfen beispielsweise dabei, ungültige Maße oder eine Wandstärke ohne verbleibenden Innenraum zu erkennen. Das waren konkrete Eigenschaften der Modellspezifikation.
Sie ersetzten aber nicht die Beurteilung des fertigen Teils. Ob etwas für seinen Zweck stabil genug war, richtig passte oder mit einem bestimmten Material gut gedruckt werden konnte, war damit nicht automatisch beantwortet.
Diese Grenze passte zu meinen bisherigen Erfahrungen. Je konkreter die mögliche Wirkung wurde, desto genauer musste ich unterscheiden, was die Software tatsächlich geprüft hatte und was ich selbst noch beurteilen musste.
Der Druck war ein eigener Schritt
Für die weitere Verarbeitung gab es eine Slicer-Anbindung und einen Weg zum Creality K1 im lokalen Netzwerk. Auch hier blieb der Druckauftrag eine eigene Aktion. Das Erstellen oder Anzeigen eines Modells sollte nicht nebenbei den Drucker starten.
Der vorgesehene Freigabepfad behandelt das Drucken deshalb als bestätigungspflichtige Aktion. Die Entscheidung aus Teil 4 bekam damit eine weitere konkrete Anwendung: Vorbereitung und Ausführung blieben getrennt.
Die beteiligten Programme und Geräte mussten natürlich auch verfügbar sein. Ein vorhandener Modellstand allein bedeutete nicht, dass Renderer, Slicer und Drucker auf jedem Rechner bereits richtig eingerichtet waren.
Die Architektur trug eine ungewöhnliche Erweiterung
Der CAD-Weg brachte deutlich mehr mit als einen einzelnen neuen Befehl. Trotzdem musste ich dafür nicht die gesamte Sprachverarbeitung umbauen. Die neue Fähigkeit bekam ihre eigenen Dienste und verwendete die vorhandenen Wege für Aufträge und Rückmeldungen.

Bis hierhin kam die Ausgangsinformation aber weiterhin aus einer Beschreibung. Eine andere Erweiterung setzte an genau dieser Stelle an: Was konnte mein Assistent mit einem Bild anfangen, das ich ihm ausdrücklich zeigte?













