PROJEKTEINBLICK ·

Aus Widgets wurde mein Signal Desk

Die ersten Widgets hatten gezeigt, wie praktisch sichtbare Informationen sein konnten. Mit Nachrichten, Aktien und Krypto kamen weitere Quellen dazu. Aus einzelnen Anzeigen entwickelte sich der Signal Desk. Dabei musste ich darauf achten, was die Daten tatsächlich aussagten – und was das Sprachmodell daraus machen durfte.

KONZEPT · UMSETZUNGOliver Röschner
LESEZEIT5 Minuten
BEREICHTECHNOLOGIE
Ein dunkler Informationsarbeitsplatz mit zurückhaltenden Nachrichten- und Kursdiagrammen
KI GENERIERTES ARTIKELBILD | OPERUS

Wetter und Uhrzeit waren gut überschaubare Informationen. Mit Nachrichten und Kursen wurde die Oberfläche vielseitiger. Es gab mehr zu zeigen, mehr zu aktualisieren und mehr voneinander zu unterscheiden.

Ich konnte dafür auf dem aufbauen, was bereits vorhanden war: Fähigkeiten, die Daten beschafften, und Widgets, die Ergebnisse sichtbar machten. Für Nachrichten nutzte ich RSS-Feeds, für Krypto- und Aktienkurse öffentliche APIs. Jetzt ging es darum, diese Informationen auf dem Bildschirm übersichtlich zusammenzubringen.

Der Signal Desk gab ihnen einen gemeinsamen Rahmen. Er sollte einen Überblick ermöglichen, ohne dass ich jede Information einzeln im Gespräch abfragen musste.

Gemeinsam sichtbar, getrennt verarbeitet

Nachrichten, Aktien und Krypto bekamen jeweils eigene Fähigkeiten und Handler. Auch wenn die Oberfläche sie zusammenführte, waren ihre Datenquellen und Aufgaben unterschiedlich.

Bei Nachrichten ging es um Meldungen und Themen. Bei Aktien und Kryptowährungen kamen Übersichten und Detailansichten hinzu. Diese Unterschiede mussten in der Anwendung erhalten bleiben.

Drei Quellen im Signal Desk
BereichWas die Anwendung verarbeitet
NachrichtenGeladene Meldungen, Überschriften und Themen
AktienKursübersichten und Angaben zu einzelnen Werten
KryptoKursübersichten und Details zu einzelnen Kryptowährungen

Ein gemeinsamer Bildschirm brauchte deshalb keine einzige große Funktion, die alles erledigte. Die einzelnen Wege konnten ihre Daten aufbereiten und an die passende Darstellung weitergeben.

Das war dieselbe Idee, die schon hinter meinen Skills steckte. Eine neue Quelle sollte ihren eigenen Platz haben. Wenn ich ihre Verarbeitung ändern musste, wollte ich nicht gleichzeitig sämtliche anderen Bereiche überarbeiten.

Mehr als eine Sammlung von Karten

Die Anordnung wurde damit selbst zu einer Aufgabe. Viele sichtbare Informationen ergeben noch keinen guten Überblick. Ich musste überlegen, was Aufmerksamkeit bekommen sollte und was daneben lesbar bleiben musste.

Im Signal Desk entwickelte sich dafür eine Aufteilung mit einem hervorgehobenen Bereich und einem danebenliegenden Nachrichtenstrom. Die Meldungen konnten unabhängig gescrollt werden. Auf schmaleren Bildschirmen musste diese Anordnung wieder untereinander funktionieren.

Die Oberfläche sollte mir helfen, Informationen zu ordnen, statt nur möglichst viele davon zu zeigen.

Hier ging es nicht mehr allein darum, ob ein Widget funktionierte. Mehrere Bereiche mussten miteinander auskommen. Größen, Abstände und Scrollflächen beeinflussten, ob ich den Inhalt tatsächlich angenehm benutzen konnte.

Die Aufgabenteilung aus Teil 7 trug auch den Signal Desk: Datenverarbeitung und Darstellung blieben getrennt.

Ein dunkler Arbeitsplatz mit einem Monitor voller modularer, warmer Informationskarten
KI-generierte Illustration. Informationen als Karten: Der Signal Desk macht Ergebnisse übersichtlich zugänglich.

Eine Zusammenfassung brauchte einen eigenen Auftrag

Mit den Nachrichten kam außerdem eine naheliegende Möglichkeit hinzu: Das lokale Sprachmodell konnte geladene Überschriften zusammenfassen. So konnte ich meinem Assistenten einfach sagen: ‚Fasse mir die KI-News der letzten Woche zusammen.‘ Die Grundlage dafür waren die Meldungen, die über die RSS-Feeds verfügbar waren.

Gerade dabei waren die Erfahrungen aus den vorherigen Teilen wichtig. Mein Assistent hatte eine Persönlichkeit und Gesprächskontext. Eine Zusammenfassung aktueller Meldungen brauchte aber einen klar abgegrenzten Auftrag und das dafür vorgesehene Material.

Der Zusammenfassungsweg bekam deshalb eigene Anweisungen. An das Modell gingen die geladenen Überschriften. Die Gesprächserinnerung und die Rolle meines persönlichen Assistenten gehörten nicht zu diesem Auftrag.

Damit konnte ich besser eingrenzen, worauf sich eine Zusammenfassung beziehen sollte. Es machte das Modell nicht unfehlbar. Aber ich gab ihm eine überschaubare Aufgabe, deren Grundlage ich kannte.

Die Trennung war mir lieber, als aktuelle Meldungen einfach in ein laufendes Gespräch zu werfen und zu hoffen, dass eine passende Antwort entstand.

Lokal blieb nicht gleich offline

Der Signal Desk machte erneut sichtbar, wie sich die ursprüngliche Local-only-Vorstellung verändert hatte. Aktuelle Nachrichten und Kurse kamen von außen. Das lokale Sprachmodell konnte sie verarbeiten, aber es war nicht ihre Quelle.

Diese Unterscheidung wollte ich auch für mich selbst klar halten. Welche Daten wurden abgerufen? Was stellte die Anwendung daraus dar? Und an welcher Stelle ergänzte das Modell eine sprachliche Zusammenfassung?

  • Eine externe Quelle lieferte die Daten.
  • Die Anwendung bereitete sie für die Darstellung auf.
  • Eine optionale Zusammenfassung verarbeitete das dafür ausgewählte Material.

Ebenso wichtig blieb der Zeitpunkt eines Abrufs. Ein Wert auf dem Bildschirm war nicht allein deshalb live, weil das Layout modern aussah. Warten, Fehler und Aktualisierung gehörten weiterhin zur Oberfläche.

Das waren keine völlig neuen Fragen. Mit mehr Quellen wurden die Antworten darauf aber immer wichtiger.

Der Assistent bekam einen größeren Alltag

Mit dem Signal Desk konnte die Oberfläche mehr als einzelne Antworten sichtbar halten. Sie bot einen Ort, an dem verschiedene Informationen zusammenkamen und trotzdem unterscheidbar blieben.

Aus den ersten kleinen Widgets war damit ein weiterer eigenständiger Bereich meines Assistenten geworden. Ich konnte vorhandene Fähigkeiten kombinieren und an ihrer Darstellung arbeiten, ohne dafür den ganzen Unterbau neu zu bauen.

Bis dahin spielte sich diese Bedienung vor allem an der Oberfläche ab, die mit meinem laufenden Assistenten verbunden war. Der nächste Schritt würde einen weiteren Zugang hinzufügen: eine Nachricht vom Telefon aus.

Teil 10: Eine Nachricht an meinen AssistentenIm nächsten Teil geht es um Telegram – und darum, was sich verändert, wenn mein Assistent auch von unterwegs erreichbar wird. JORIS